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Sonntag, 29. Dezember 2013

DESIGN Hammer

                                                         

Was macht gutes Motorrad Design aus? Das ist sehr schwer in Worte zu fassen. Versuchen wir es so:  


"Wir erkennen es sofort, wenn wir es sehen."




Ja, das ist es: Wenn uns beim Anblick einer guten Entwurfsskizze oder eines Fotos ein spontanes „geil…!“ oder „das-muss-ich-haben“ entfährt, dann ist Motorrad Design gelungen.



Nur für uns, wohlgemerkt. Denn Geschmäcker sind bekanntermassen verschieden. Und somit ist die Frage, ob wir es mit gutem oder mit schlechtem Motorraddesign zu tun haben, eine ganz persönliche. Die jeder für sich selbst beantworten muss.

Also: Wenn beim Anblick eines Motorrades unsere Begeisterung und unsere Emotionen erweckt werden, dann ist es richtig gutes Motorrad Design. Basta.



Aber geben wir es ruhig zu, das passiert heute nur noch selten – zu abgeklärt sind wir zwischenzeitlich von der Masse an Kreationen, die von den Motorradherstellern oder der Customizer-Szene in den vergangenen Jahren hervorgebracht wurden.

Denn viele Kreationen sind einfach nur „…zu viel des Guten“, also zu schwer belastet von der der eigentlichen Grundidee des Konzeptes. Man hat den Eindruck, jedes Bauteil soll das andere noch mal toppen - die Lackierung soll der Technik noch mal eines draufsetzen - und der Hinterradreifen soll noch breiter werden, als er beim letzten Bike ohnehin schon war. 

Dadurch entstehen Extrembikes, die nur auf eines abzielen: Um jeden Preis auffallen. Von echter Ästhetik aber keine Spur.

Ganz anders ging es uns, als wir im Internet auf die Entwürfe eines Mannes stiessen, von denen uns jede einzelne Skizze  ein begeistertes "wow!!" entlockt. Es handelt sich dabei um die Arbeiten von Sylvian Berneron, einem 23jährigen Franzosen, der in der Designabteilung von BMW Motorrad in München arbeitet. Ja, richtig gelesen: Bei BMW.



Das scheint ihn nicht davon abzuhalten, via Internet für viele andere, wohlbekannte Namen aus der Motorradszene Designskizzen abzuliefern, welche diese dann als Vorlage für ihre nächsten Projekte dienen:

 ... für Roland Sands,





.... für CRD,



...für Triumph,



...für Walz Hardcore Cycle, 




...für KTM




...für Norton, 



...für ICON, 



...für El Solitario, 




...für Fuel Bespoke Motorcycles, 




...für Untitled Motorcycles London.




Alles Skizzen von Sylvian Berneron haben drei Dinge gemeinsam: Die Linienführung ist perfekt. Sie sind einfach. Und deshalb spektakulär.



Sylvian Berneron scheint ein Mann zu sein, der seiner Passion folgt. Der Begeisterung am Motorrad (…fahren). Im Beruf ebenso wie Privat. Das gefällt uns sehr. 

Auf seiner Facebook Seite finden sich zahlreiche Fotos von Motorradtouren mit (seiner..?) sehr coolen Suzuki, die er immer wieder vor beeindruckender Landschaft oder mit spektakulären Fahrszenen ins Bild rückt. 




Dass dieser begnadete Mann tatsächlich bei BMW arbeitet, können wir irgendwie noch gar nicht glauben:  






Denn wenn man der aktuellen Marketing Message von BMW zur Vorstellung der „BMW R1200 Ninet“ Glauben schenkt, dann waren es doch angeblich die bärtigen Typen von Blitz Paris, El Solitario und Urban Motors, die den BMW`lern erst einmal erklären mussten, wie ein wirklich cooles Motorräder auszusehen hat.





Und jetzt das: 

Von einem bescheidenden, gutaussehenden und noch dazu erst 23 Jahre junger BMW Mitarbeiter stammen die geilsten Entwürfe.


Jeder einzelne davon ist ein Herz-Ass. Und die schüttelt er scheinbar völlig mühelos aus seinem Ärmel und verteilt sie mit einer solchen Unbeschwert an jene, von denen wir bisher immer geglaubt hatten, es seinen die ganz Grossen in diesem Spiel: Nichts ist so, wie es scheint. 







Unser Fazit lautet: Hut ab! Der Mann ist der Hammer. Auch ohne klischeeüblichen Rauschebart. Oder gerade deshalb...

Text: Michael, Kraftstoff.  Fotos und Skizzen: Sylvian Berneron / Internet