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Mittwoch, 1. Januar 2014

BIKES + BÄRTE = BRÄUTE  (sagt BMW!)   

                                                                              

Text: Michael, Kraftstoff       Fotos: BMW, Internet


Bei der Vorstellung der neuen BMW R 1200 NineT wurde nichts dem Zufall überlassen:




Das BMW Youtube Video „#Soulfuel“ hatte nach einem Monat bereits über zweihunderttausend Klicks. Auch wir haben uns das Video angesehen. Mehr als nur einmal. Und ausgerechnet dort haben wir Ihn gefunden - den einzigen bisher bekannten Kritikpunkt an der sonst so von Grund auf coolen BMW NineT:


Es ist die noch fehlende innere Haltung von BMW zu diesem Motorrad. Denn die Überzeugung, dass BMW hier etwas ganz Starkes und Eigenständiges geschaffen hat, scheint selbst beim Designer Ola Stenegard noch nicht ganz angekommen zu sein. In dem Youtube Fall „Soulfuel“ spielt Ola Stenegard die Hauptrolle. Er ist der „Kommissar“, der Chef. Er sagt wo`s lang geht. Er hat den Fall gelöst. Weil er weiss, wie`s geht und wie man sowas hinkriegt.
Ola Stenegard ist unser Mann!



Herr Blitz, Herr El Solitario und BMW Designer Ola Stenegard 

Aber was macht Ola Stenegard? Er ist sich unsicher, ob das alles alleine schon reicht. Ob er schon cool genug ist, für die Szene und für die Presse, die sich gleich auf ihn stürzen wird. Deshalb stellt  ihm BMW schnell noch 4 externe Sonderermittler zur Seite (Roland Sands, Urban Motors, El Solitario, Blitz),  die ihm jetzt helfen müssen: Als Unternehmensberater sozusagen und als Szeneanwälte, die ihm gleich noch in der Mittagshitze der Sierra Nevada ihre Absolution erteilen. Nur mal so zur Sicherheit, damit hinterher niemand sagen kann, es sei irgendwas falsch gelaufen.


 Bikes + Bärte = Bräute    
(...Soulfuel Live Lessons)

Den Vogel schiesst dabei der Herr Blitz aus Paris am abendlichen Lagerfeuer ab, als er Herrn Stenedard ganz listig beim Bier und kurz vorm Schlafengehen noch eine NineT abzuluchsen versucht: "Bring one to Paris and give us a little bit of time and I will work out magic.." 
Hahahaha... netter Versuch, Herr Blitz - das erste was mir spontan dazu in den Sinn kommt: Den Job hat BMW doch längst gemacht und ausserdem, sehr geehrter Herr Blitz, wie wärs denn mal mit selber kaufen? Sowas stösst nämlich nicht nur mir, sondern auch allen anderen, echten BMW Kunden schräg auf, die dazu entschlossen sind, für ihre neue NineT demnächst gut und gerne 17 bis 19 Tausend Franken in bar auf den Tisch des Hauses zu blättern.

Denn für eines verwette ich meine S1000RR: Von den Burschen, mit denen sich Ola Stenegard in "Soulfuel" so medienwirksam verbrüdert, hat sicher noch keiner je eine BMW Niederlassung von innen gesehen, um sich dort ein Motorrad zu kaufen. 


Herr Blitz hätte auch gerne eine BMW NineT. Umsonst.

Auf eine solche Inszenierung hätte BMW aus unserer Sicht gerne verzichten können. Weil sie doch etwas peinlich wirkt und eine in solchem Übermass aufgefahrene, aber eben nur scheinbare Coolness aus gleich vier Herren Länder leicht mal ins Gegenteil umschlägt: Sie wirkt unglaubwürdig, konstruiert und wird damit nur eines: Ganz schön uncool. Weniger wäre hier mehr gewesen. Zumal eine so starke Marke wie BMW einen so fadenscheinigen Support doch überhaupt nicht nötig hätte.


Warum? Weil die ersten Fotos der BMW NineT bei der Zielgruppe der etablierten Motorradfahrer mit Hang zum Customizing ohnehin zu spontanen „Blindbestellungen“ geführt hat.  In mindestens drei von vier uns bekannten Fällen trifft uns eine klare Mitschuld. Und bei allen Betroffenen verhält es sich gleich: Noch nie war die Vorfreude auf ein Motorrad so gross, wie bei der NineT. Uns selbst mit eingeschlossen.



YOUTUBE Video "SOULFUEL"




Nachtrag: Noch Monate bevor die interessierten Kunden die erste BMW NineT leibhaftig bei ihrem Händlern zu Gesicht bekommen, geben die Münchener bereits ein Fahrzeug an Urban Motors, einen ihrer oben erwähnten Supporter, um es dort nach allen Regeln der Kunst "customizen" zu lassen.  
"Was soll denn das jetzt...?", haben wir uns gefragt und mit uns alle jene, die sich ihre persönliche NineT schon bestellt haben.

Man gibt also das eigene Produkt schon mal vorab, quasi präventiv zur "Schönheits-OP" nach Berlin. Und lässt  dort ganz tief in die Trickkiste der plastischen Chirurgie greifen. Das Ergebnis fällt dann auch in etwas so aus, wie man es aus einschlägig bekannten, vorher/nachher Botox-Fotos vieler Hollywood Stars kennt: Vor dem Eingriff war sie eine echte Schönheit...

So was wollen wir nicht sehen. Noch nicht. Und schon gar nicht von BMW selbst initiiert. 

Echte Trends entstehen anders. Die coolsten immer von selbst. Oder glauben Sie allen Ernstes, dass Leute wie Cindy Crawford, Paris Hilton und Til Schweiger jene Klamotten wirklich tragen, die sie angeblich für Discount Labels wie C&A, H&M und Charles Vögele "designed" haben?


(mb)